Historie der Schlossanlage Börnicke
Schloss Börnicke um 1904
Schlossanlage
Die großzügige Schlossanlage nebst Park und einem kleinen romantischen
See mit Insel entstand in den Jahren von 1909/11 in einem für die damalige
Zeit äußerst modern wirkendem Stil, da er nicht in der üblichen
überladenen wilhelminischen Bauweise errichtet wurde. Ein überaus
glückliches Zusammenspiel von Architekt und Bauherr machte diese Schöpfung
möglich.
Paul Robert Ernst von
Mendelssohn-Bartholdy Prof. Bruno Paul
Schloss
Im Auftrag des Berliner Bankiers Paul Robert Ernst von Mendelssohn-Bartholdy
(1875/1935) schuf Prof. Bruno Paul (1874/1968), der geniale Architekt, Designer,
Karikaturist und Lehrmeister von Mies van der Rohe, diesen wohlproportionierten
einzigartigen Schlossbau.
Paul Robert Ernst von Mendelssohn-Bartholdy nutzte bis zu seinem Tod 1935 Börnicke, zunächst in erster Ehe mit seiner Frau Charlotte Reichenheim, dann mit seiner zweiten Frau Elsa Lucy Emmy Lolo von Lavergue-Peguilhen. 1945 ziehen noch Mitglieder der schweizerischen Botschaft aus Berlin ins Schloss, da sie sich vor dem Bombenkrieg in Berlin schützen wollten. Im April 1945 übernehmen zunächst die sowjetischen Truppen das Schloss und richten hier ein Lazarett ein. Im Zusammenhang mit der Bodenreform erfolgt ein Wechsel in der Nutzung, die KPD übernimmt das Objekt. Wilhelm Pieck verbringt hier oft seine Freizeit. Dann wird Schloss Börnicke Ferienheim mit dem Namen "1. Mai". 1967 schließlich wird Börnicke Heim für behinderte Kinder. 1992 wird das Heim bzw. die Schule geschlossen.
Schlosspark
Der Landschaftspark stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Er ist im nordöstlichen Teil durch einen großen Teich geprägt.
Der Park war mit einem Netz zahlreicher sich schlängelnder Wege erschlossen,
die immer wieder neue Ansichten zum Teich zuließen.
Das Schloss wurde von streng geometrischen Gärten eingefaßt. An die Terrasse der Südwestseite schloß sich eine große Rasenfläche an.
Der Architekturgarten und der Landschaftspark wurden hier als eine Einheit begriffen. Der architektonische Teil übernahm die Funktion der Terrassen und Rasenflächen sowie der Sondergärten wie Blumenzier- und Heckengarten. Der Landschaftspark mit Bootshaus und Tennisplatz - die heute nicht mehr erhalten sind - hatte die Rolle des Spiel- und Sportbereiches.
Gutshof und Anlage
Die umfangreichen Wirtschaftsgebäude, Gutshaus, Ställe, Scheunen und
Schnapsbrennerei stammen aus der Zeit vor 1909 - schätzungsweise aus den
Jahren 1870/80. Das Gutshaus selber könnte vielleicht in noch früherer
Zeit entstanden sein und verfügt über eine klassizistische Putzfassade.
Der landwirtschaftlich genutzte Teil ist räumlich leicht vom Schlossbau
getrennt. Er besteht aus zwei unterschiedlich großen Vierseitenhöfen
- einem kleinen Hof direkt an der Strasse gelegen und einen sehr großen
dahinter liegenden Hof. Beide Höfe sind mit Kopfstein gepflastert. Die
Stallungsgebäude bestehen in der orttypischen Bauweise aus Feld- und Ziegelsteinen.
Umgebung der Schlossanlage Börnicke
Börnicke
Das Dorf Börnicke befindet sich 4 km süd-östlich von Bernau im
Norden Berlins (ca. 30 km von Berlin-Mitte am nord-östlichen Stadtrand
gelegen). Die Verkehrsanbindung ist sehr gut, denn vom S-Bahnhof Bernau aus
ist Börnicke bequem über Radwege zu erreichen. In kürzester Zeit
befindet man sich "in der Freiheit ländlicher Gefilde". Die noch
vorhandene alte Struktur eines Angerdorfes mit all ihrer architektonischen Schönheit
und die ideale Lage als Naherholungsraum lohnen einen Besuch des Ortes.
Es gibt im Ort viel zu entdecken. Auf dieser Reise lassen Sie sich auch zu einem kleinen Rundgang durch die Kirche des Ortes entführen. Dieses Kleinod wurde aus privaten Mitteln saniert. Wie aus einem Guss wirkt die Dorfkirche in Börnicke, wenn man sie von den beiden Straßenkreuzungen des alten Dorfes aus betrachtet, wie sie auf dem flachen Hügel am Ende der Dorfaue thront. Tatsächlich ist der Baukörper seit der Erbauungszeit - vom zugefügten Südanbau einmal abgesehen - unverändert. Im Kern stammt sie aus der Zeit um 1250 ist also rund 750 Jahre alt.
Verweilen Sie kurz an der Grabanlage der Eheleute Marie (gest. 1906) und Ernst (gest. 1908) von Mendelsohn-Bartholdy sowie ihres Sohnes Paul (gest. 1935). Ihnen gehörte seit 1892 das Gut und sie hatten das Patronat über die Kirche inne. Auf sie geht auch die Leichenhalle (von 1905) an der Nordostecke des Kirchhofs zurück.
Bernau
Der Sage nach ist das über 700-jährige Bernau von dem askanischen
Markgrafen Albrecht dem Bären gegründet worden. Auf Bärenjagd
kehrte er um das Jahr 1140 in einer Waldschenke ein, wo ihm das braune Bier
so gut schmeckte, dass er an diesem schönen Ort eine Stadt gründete.
Das weit über die Grenzen der Stadt bekannte Bernauer Schwarzbier trug
neben der Tuchmacherei bis zum Dreißigjährigen Krieg zu Reichtum
und Wohlstand der Stadt bei. Die mächtige St. Marienkirche mit einem der
kostbarsten Altäre Norddeutschlands und die fast durchgängig erhaltene
1,5 Kilometer lange Stadtmauer stammen aus dieser Zeit. Jedes Jahr am zweiten
Oktoberwochenende findet in der Kirche das Festival Alter Musik statt.
Von den Stadttoren gibt es noch das Steintor, das seit 1882 Museum ist. Das einstige Wohnhaus des Henkers ist seit 1976 Teil des Heimatmuseums. Ältestes Fachwerkhaus der Stadt ist das Kantorhaus aus dem Jahr 1582. Im 1805 errichteten klassizistischen Rathaus befinden sich Reste gotischer Bierkellergewölbe aus dem 14./15. Jahrhundert.
Es ist überliefert, dass die Bernauer 1432 einen Angriff der Hussiten mit gezielt über die Stadtmauer geschütteten heißen Braurückständen abwehren konnten. Dieser Sieg wird alljährlich im Juni mit den Hussitenfestspielen gefeiert. Das Spektakel mit Ritterspielen, Bänkelgesängen, Markttreiben und historischem Festumzug ist längst zu einem der kulturellen Höhepunkte der Region geworden.
Zu jeder Jahreszeit ist die Umgebung von Bernau ein ideales Wandergebiet. Markierte
Rad- und Wanderwege führen durch ein rund 20 000 Hektar großes Waldgebiet
und zu 76 Seen. Wildromantisch ist der Uferweg am nahe gelegenen kristallklaren
Liepnitzsee. Das Sportforum Bernau, die Brandenburg Klinik und die Günther-Bosch-Tennis-Akademie
in der nahe Wandlitz gelegenen Waldsiedlung mit Tennisplätzen und -halle,
Badminton- und Squashplätzen, Fitness-Studio und Sauna bieten vielfältige
Möglichkeiten für eine aktive Erholung.
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