Paul Robert Ernst von Mendelssohn-Bartholdy nutzte bis zu seinem Tod 1935 Börnicke, zunächst in erster Ehe mit seiner Frau Charlotte Reichenheim, dann mit seiner zweiten Frau Elsa Lucy Emmy Lolo von Lavergue-Peguilhen. 1945 ziehen noch Mitglieder der schweizerischen Botschaft aus Berlin ins Schloss, da sie sich vor dem Bombenkrieg in Berlin schützen wollten. Im April 1945 übernehmen zunächst die sowjetischen Truppen das Schloss und richten hier ein Lazarett ein. Im Zusammenhang mit der Bodenreform erfolgt ein Wechsel in der Nutzung, die KPD übernimmt das Objekt. Wilhelm Pieck verbringt hier oft seine Freizeit. Dann wird Schloss Börnicke Ferienheim mit dem Namen "1. Mai". 1967 schließlich wird Börnicke Heim für behinderte Kinder. 1992 wird das Heim bzw. die Schule geschlossen.
Schlosspark
Der Landschaftspark stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Er ist im nordöstlichen Teil durch einen großen Teich geprägt.
Der Park war mit einem Netz zahlreicher sich schlängelnder Wege erschlossen,
die immer wieder neue Ansichten zum Teich zuließen.
Das Schloss wurde von streng geometrischen Gärten eingefaßt. An die Terrasse der Südwestseite schloß sich eine große Rasenfläche an.
Der Architekturgarten und der Landschaftspark wurden hier als eine Einheit begriffen. Der architektonische Teil übernahm die Funktion der Terrassen und Rasenflächen sowie der Sondergärten wie Blumenzier- und Heckengarten. Der Landschaftspark mit Bootshaus und Tennisplatz - die heute nicht mehr erhalten sind - hatte die Rolle des Spiel- und Sportbereiches.
Gutshof und Anlage
Die umfangreichen Wirtschaftsgebäude, Gutshaus, Ställe, Scheunen und
Schnapsbrennerei stammen aus der Zeit vor 1909 - schätzungsweise aus den
Jahren 1870/80. Das Gutshaus selber könnte vielleicht in noch früherer
Zeit entstanden sein und verfügt über eine klassizistische Putzfassade.
Der landwirtschaftlich genutzte Teil ist räumlich leicht vom Schlossbau
getrennt. Er besteht aus zwei unterschiedlich großen Vierseitenhöfen
- einem kleinen Hof direkt an der Strasse gelegen und einen sehr großen
dahinter liegenden Hof. Beide Höfe sind mit Kopfstein gepflastert. Die
Stallungsgebäude bestehen in der orttypischen Bauweise aus Feld- und Ziegelsteinen.
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